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Maxim Gorki * 28.3. 1868 Nischni Novgorod + 18.6. 1936 Gorki bei Moskau
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"Der Kriminalroman ist noch die beliebteste geistige Nahrung der Ausgeschlossenen Europas. Diese Literatur, die sich in den Köpfen der hungrigen Arbeiter breit gemacht hat, ist einer der Gründe, warum sich ihr Klassenbewußtsein so langsam entwickelt. (...) Diese Art von Literatur beschreibt, wie wenig die Bourgeoisie das Leben der arbeitenden Klassen achtet und trägt somit dazu bei, Mord und andere Verbrechen zu verbreiten." (Maxim Gorki auf dem 1. Sowjetischen Schriftstellerkongress 1934 , zitiert nach dieser Quelle) Gorki in der "Criminalbibliothek"? Dieser Klassiker der russischen Literatur, dessen Leben und Wirken von der Vision eines neuen, klassenbewussten Menschen bestimmt war? - Gorki war kein "Kriminalschriftsteller", seine Erzählung "Die Geschichte eines Verbrechens" jedoch liest sich wie eine Untermauerung jenes "Gegenkrimis", den Gorki 1934 fast ex negativo und nachträglich skizzierte. Er sollte Klassenbewusstsein erzeugen, das Leben der arbeitenden Klassen achten, Mord und andere Verbrechen eindämmen. Die Geschichte des naiven und trägen Wanja, der in die große Stadt wandert, dort in schlechte Gesellschaft gerät und schließlich zum Verbrecher wird, enthält so durchaus Ingredienzien jener mit dem Akzent auf Moral und Aufklärung verfassten deutschen Kriminalliteratur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Literatur, die zunächst "schleichend", dann - mit Conan Doyles Sherlock Holmes spektakulär zum "Genre" wurde. Zwei "neue Zeiten" brechen an: Hier die Standardisierung der Massenware Krimi, dort die Umsetzung der Vision vom neuen, sozialistischen Menschen. Sie schließen sich, jedenfalls bei Gorki, aus. Die Geschichte eines Verbrechens (ca. 1900)
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